Schadstoffe und Klebstoffe in der Luft

Wir beschränken uns hier auf Schadstoffe in der Wohnungsluft. Wo kommen sie her?
Farben und Lacke müssen heute keine Quelle mehr für Luftschadstoffe sein. Wasserlösliche Lacke gibt es heute in Qualitäten, die den Lacken mit herkömmlichen Lösungsmitteln nicht mehr nachstehen. Am besten verwenden Sie Produkte mit einem Umweltzeichen, z. B. dem Blauen Engel, da diese schadstoffärmer als herkömmliche Produkte sind.

Eine oft übersehene Schadstoffquelle sind Klebstoffe, vor allem solche, mit denen Bodenbeläge verklebt worden sind. Die Handwerker verwenden bei 100 m2 Bodenfläche mindestens 30 kg Kleber. In dieser Webseite für Gesundheit zeigen wir, dass Bodenbeläge meistens gar nicht geklebt werden müssen, sondern verspannt oder lose verlegt werden können. Inzwischen gibt es aber auch wasserlösliche Kleber von hoher Qualität, die keine schädlichen Lösungsmittel ausgasen. Möbel, Wandverkleidungen und Bodenbeläge sollten möglichst aus Vollholz und nicht aus Spanplatten oder verklebten Produkten bestehen. Auch wenn Spanplatten als formaldehydfrei ausgewiesen sind oder mit Isocyanat verklebte Platten als unbedenklich eingestuft sind, können sie bei einem Brand gefährliche Gase freisetzen. Aus der Reinigung geholte Kleidung kann immer noch Schadstoffe, wie Perchlorethylen, ausgasen. Hängen Sie sie deshalb nicht gleich in den Schlafzimmerschrank, sondern lüften Sie sie zum Beispiel auf dem Balkon erst einmal aus. Schadstoffe können aber auch aus Desinfektionsmitteln, Lampenölen und sogar von Kerzen stammen. Schließlich belastet die Außenluft, die durch die Fenster eindringt, die Luft in der Wohnung. Zu Schadstoffen in der Atmosphäre vergleiche H Saurer Regen.

Was kann man gegen Schadstoffe in der Luft tun?
Bringen Sie viel Schafwolle in die Wohnung. Gabriele Wortmann, Chemikerin am Deutschen Wollforschungsinstitut in Aachen, hat in verschiedenen Praxisversuchen herausgefunden, dass Schafwollvlies in einem Raum die Belastung durch Formaldehyd von 0,1 ppm auf unbedenkliche 0,04 ppm gesenkt hat (ppm = parts per millon). Und zwar war diese „Filterwirkung” über Jahre hinweg nachhaltig. Zur Schadstoffminderung der Luft in der Wohnung sind auch Schafwollvliese zu empfehlen, die speziell zur Filterung der Luft entwickelt wurden und im Handel z. B. unter der Produktbezeichnung „amnos Raumluftmodule” angeboten werden. Diese Vliese kann man auch zur Dekoration verwenden. Sie können die Filterwirkung von Schafwolle aber auch durch Verwendung von Berber- oder Flokatiteppichen oder durch einfache Schaffelle nutzen.

Wie gelangen chemische Schadstoffe in die Luft?
Klebstoffe, Farben und Lacke
Wegen ihres großflächigen Einsatzes können vor allem Bodenbelagsklebstoffe gefährlich werden. Wasser-lösliche Kleber und Lacke sind besser als solche, die organische Lösungsmittel enthalten.

Abbeizer, Holzschutzmittel, Putz- und Mörtelprodukte
Sie enthalten flüchtige Stoffe, die während der Verarbeitung und Trocknung ausgasen.

Bauholz, Möbel, Wandverkleidungen und Bodenbeläge
Besonders häufig betroffen sind imprägnierte oder verklebte Produkte. Auch unbehandelte Hölzer können ausgasen – Nadelhölzer wie Fichte und Tanne in der Regel stärker als Laubhölzer, z. B. Eiche und Buche.
Beim Kauf von Holzbehandlungsmitteln achten Sie auf Produkte auf Naturstoffbasis. Beim Kauf von Holzmöbeln sollten Sie möglichst zu Vollholz greifen. Auf chemischen Holzschutz in Innenräumen sollte verzichtet werden.

Kaufen verkaufen und doch Geld sparen geht heute einfacher

Verbrennungen
Beim Verbrennen von Materialien können beachtliche Mengen an Schadstoffen abgegeben werden. Achten Sie deshalb auch bei geschlossenen Ofen auf gute Durchlüftung. Auch beim Abbrennen von Paraffinkerzen und Lampenölen entweichen Schadstoffe. Deshalb gerade in kleinen Schlafzimmern keine Kerzen entzünden oder danach lüften. Auch Putzmittel, insbesondere Desinfektionsmittel und andere Haushaltsprodukte, können Schadstoffe freisetzen.

Tabakrauch
Bis heute konnten 3800 Einzelstoffe im Tabakrauch identifiziert werden: 40-50 von ihnen sind Krebs erregend. Jegliches Bemühen um ein gutes Klima ist unsinnig, solange im Schlafzimmer geraucht wird. Es sollte deshalb auf jeden Fall zur Nichträucherzone erklärt werden. Tabakrauch gilt allgemein als die häufigste Quelle für Schadstoffe in Räumen. Vor allem das Nikotin führt zu einem gestörten Tiefschlaf.

Außenluft
Leider ist auch die Außenluft oft belastet – vor allem, wenn die Wohnung in der Nähe von Industriegebieten oder an stark befahrenen Straßen liegt. Abgase aus dem Straßenverkehr enthalten Krebs erregende Benzole und andere gesundheitsschädigende Stoffe. Auch chemische Reinigungen können beachtliche Mengen an Schadgasen abgeben. Wichtig ist, dass Sie in solchen Fällen immer nur kurz, dabei aber gründlich lüften. Die eindringenden Schadstoffe werden anschließend von vielen Materialien in Ihrer Wohnung, also etwa Tapeten, Teppichen oder Möbeln, aufgefangen und filtern damit quasi die Luft. In jedem Fall sollten Sie aber Ihr Schlafzimmer, falls möglich, auf einer der Emission abgewandten Seite einrichten.

Wohin kann ich mich wenden?
Der erste Ansprechpartner sollte Ihr Vertrauensarzt sein. Weiterhin können Sie sich zusätzlich mit einem Fach-mann in Verbindung setzen. Wir empfehlen umweltmedizinische Ambulanzen, wie sie an einer großen Anzahl von Universitäten eingerichtet sind. Die Beratungen sind dort in der Regel kostenfrei. Eine aktuelle Liste der Dort erhalten Sie auch Adressen von seriösen Firmen oder Instituten, die Messungen sachgerecht durchführen. Denn viele Anbieter locken mit niedrigen Preisen. Dahinter verbergen sich aber leider nur punktuelle Messun-gen, die sich auf bekannte Problemstoffe wie Formaldehyd oder Schimmelpilze beschränken. Die Kosten für die nötigen umfangreichen Messungen liegen bei 1000 € aufwärts. Seit 1996 zahlen die Krankenkassen dafür nicht mehr. In Nordrhein-Westfalen gab es aber in den letzten Jahren Sonderregelungen. Hier lohnt sich deshalb eine Anfrage.