Die Haut besser verstehen – Epidermis, Cutis und Subcutis

Epidermis, Cutis und Subcutis
Die Haut ist unser größtes Organ. Und sie ist zugleich eines der wichtigsten. Die Haut steht in sehr enger Beziehung zum Gesamtkreislauf des Körpers, und deshalb ist es kein Wunder, dass Vorgänge im Körperinneren sich auch auf der Haut bemerkbar machen können.

Die Haut wird in drei Schichten eingeteilt: Oberhaut (Epidermis), Lederhaut (Cutis) und Unterhaut (Subcutis).


Die Unterhaut wird aus lockerem Bindegewebe gebildet, in dem sich Fettpolster befinden, die Druck und Stoß von außen abfangen und verringern, die aber auch gleichzeitig als Wärmeisolation dienen. Die darüber liegende Lederhaut besteht ebenfalls aus Bindegewebe, das aber wesentlich straffer ist. Diese Festigkeit und Elastizität geht auf die Kollagenfaserbündel ( Kollagen) und die elastischen Netze des Elastins zurück. Die Lederhaut ist besonders stark durchblutet, was nicht nur der Ernährung der Haut, sondern auch der Temperaturregelung dient. Außerdem sitzen in der Lederhaut die Schweiß- und Talgdrüsen sowie die Haarwurzeln.

Die äußerste Hautschicht ist die Oberhaut. Sie unterteilt sich noch einmal in die Keimschicht und in die Hornschicht. In der Keimschicht entstehen unter anderem die Hautpigmente, die die Haut zum Beispiel braun färben und so als natürlicher Sonnenschutz dienen ( Melanin). In der Keimschicht werden ständig neue Zellen gebildet, die schließlich nach außen gelangen und die eigentliche Hornschicht bzw. Hornhaut bilden.
Die Haut erneuert sich ständig in einem Rhythmus von rund 28 Tagen; eine Zeitspanne, die in der Natur häufiger vorkommt (weiblicher Zyklus, Mondzyklus).

Die Haut ist auch ein Atmungsorgan, obwohl auf sie nur 2% der Atmung des menschlichen Körpers entfallen. Als Ausscheidungsorgan ist sie hingegen wesentlich produktiver: So gibt der Körper pro Tag durch die Schweißdrüsen der Haut rund einen Liter Wasser und damit zugleich verschiedene Schlackenstoffe ab. Bei großer Hitze oder bei schwerer körperlicher Arbeit kann sich diese Menge erheblich erhöhen. Die Verdunstung von Flüssigkeit auf der Haut ist zugleich ein derart wirksamer Kühlfaktor, dass wir in einer Sauna mit 90 °C zwar schwitzen, es aber durchaus eine Weile aushalten können.

In diesem Zusammenhang ein kleiner Tipp: Wussten Sie, dass man in einer Sauna ein Roastbeef tafelfertig garen kann? Es braucht dafür sechs Stunden. Innen ist es dann – wie es sich gehört – schön saftig rosa!
Der von der Haut ausgeschiedene Talg dient vor allem der Pflege der Haut und der Haare. Bei Kälte ziehen sich die Gefäße der Haut zusammen. Die Haut wird blasser, die Talgdrüsen geben vermehrt Talg ab, und es entsteht außerdem die sprichwörtliche Gänsehaut.

Die Haut ist nicht nur das größte Organ des Menschen, sondern – vor allem in jüngeren Jahren – auch ein besonders schönes. Man sollte also sorgfältig mit ihr umgehen, sie vor Sonnenbrand und anderen schädlichen Einflüssen schützen und sie täglich pflegen.